Die Mangola Secondary School

Die Mangola Secondary School liegt auf einer kleinen Anhöhe am Rande des Dorfes Kisima Ngeda. Am Horizont flimmert der Salzsee Lake Eyasi. Die in vier Jahrgangsstufen aufgeteilte weiterführende Schule besuchen ca. 300 Schüler. Viele der Kinder müssen jeden Tag bis zu 15 km durch den Busch laufen, um die Schule zu erreichen. Unterrichtsbeginn ist um 8.00 Uhr, Unterrichtsende um 16.30 Uhr. Unterrichtet werden die Fächer Mathematik, Physik, Chemie, Kiswaheli, Englisch, Geographie und Geschichte. Bei entsprechender Leistung dient der Abschluss der Secondary School als Voraussetzung, um an einem College zu studieren.

 

Alle Schüler erhalten Frühstück und Mittagessen, wie Ugali (Maisbrei), Reis und Bohnen. Schulferien gibt es über Ostern und Weihnachten, sowie im Sommer für einen Monat. Fließend Wasser gibt es ebensowenig wie Strom. Lediglich ein Solarpanel spendet in begrenztem Umfang Elektrizität. Mit einer Wasserpumpe und Wassertanks wird versucht, die Trinkwasserversorgung zu gewährleisten. 

Schulstipendien

Jedes Jahr finanziert fairtrade media Schulstipendien für Schülerinnen und Schüler in Tansania. Den Schülerinnen und Schülern wird so der Besuch der weiterführenden Schule ermöglicht und bei entsprechender schulischer Leistung auch die Ausbildung im College. Bei unserem letzten Besuch in Tansania hatten wir die Möglichkeit einige Stipendiaten zu treffen:

Joyce Peter

Joyce Peter kommt die staubige Dorfstrasse von Kisima Ngeda heruntergelaufen. Sie ist gerade 20 Jahre alt geworden. Solange das Internat der Mangola Secondary School noch nicht fertiggestellt ist, wohnt sie bei Ihrem Onkel in Kisima Ngeda. Ihre Mutter und ihre vier Geschwister wohnen am Rande der Ortschaft Endamagahy."Leider zu weit weg, um von dort jeden Tag zur Schule zu gehen", merkt sie an. Joyces Lieblingsfächer sind Naturwissenschaften - Englisch mag sie gar nicht, sagt sie lächelnd. 


Pendaeli Bakari

Ein schüchternes "Good Morning" murmelt die 17 jährige Pendaeli Bakari, als sie das Büro der Lake Eyasi Trust Foundation betritt. Es sind Schulferien, trotzdem trägt sie voller Stolz ihre farbenfrohe Schuluniform. In der Schulzeit läuft sie jedes Wochenende drei Stunden zu Fuß über staubige Pfade unter sengender Sonne nach Hause, um ihrer Mutter bei der Ziegenhaltung und der Betreuung ihrer vier jüngeren Geschwister zu helfen. Auf die Frage, was das Schönste in der Schule im letzten Jahr war, schwärmt sie wie aus der Pistole geschossen: "Der Ausflug in den Ngorongoro-Krater!", und schaut verträumt in Richtung Serengeti.


Neema Yeremiah

Neema Yeremiah kommt gerade vom Volleyballspielen, als wir sie treffen. Es ist Sonntag. Normalerweise muss sie sonntags die Ziegen Ihrer Familie hüten. Heute nicht, es ist ihr 18. Geburtstag, den sie mit ihren Freundinnen verbringt. Als Nesthäkchen geben ihre Brüder ihr schon einmal eine Auszeit. Normalerweise aber, sagt sie nachdenklich, müssen sie alle auf der kleinbäuerlichen Farm mit anpacken, sonst reicht es nicht zum Überleben. Zeit zum Lernen am Wochenende bleibt keine. Nach der Schule möchte Neema gerne Medizin studieren. Deswegen möchte sie auch nach der 4. Klasse auf das College gehen, um die Zulassung zur Universität zu erhalten.  


Schulküche

Bis 2012 wurde das Frühstück und Mittagessen für ca 300 Schüler in einer Holzbaracke auf Lehmboden zubereitet. Als Feuerstelle dienten mehrere Steine zwischen denen Holzstämme verbrannt wurden. Ohne Rauchabzug mussten die Küchenarbeiter im Rauch die Mahlzeiten zubereiten. Es gab weder fließend Wasser noch eine Arbeitsfläche zum Zubereiten der Speisen.

 


Die neue Küche wurde von lokalen Maurern errichtet, hat einen Fußboden aus Beton und ist mit einem soliden Dach ausgestattet. Drei energetisch effizientere Kochstellen haben den Holzverbrauch drastisch reduziert sowie die Arbeits- und Rauchbelastung des Küchpersonals erheblich verringert.